"Die Lieder von einst" - bei welchem Musiker könnte ein Programm diesen Namen tragen, wenn nicht bei Reinhard Mey? Im Jahr 1967 veröffentliche Mey sein erstes Studioalbum "Ich wollte wie Orpheus singen". Unglaubliche 50 Jahre später hat der mittlerweile 75-jährige Mey, der nach wie vor eigene Konzertreihen veranstaltet, insgesamt 27 Studioalben veröffentlicht - das letzte ("Mr. Lee") im Jahr 2016.

In bekannter Weise macht Holger Herrmann einen Streifzug vor allem durch die frühen Jahre des Liedermachers. In einem abendfüllenden Programm singt er vom Geheimnis im Hefeteig, er stellt die Frage, was denn schöner sein könnte auf Erden, als Politiker zu werden und er verrät, was es mit den zwei "Hühnern auf dem Weg nach Vorgestern" auf sich hat. Mey prägte mit seinen Liedern auch den deutschen Sprachgebrauch. 1971 erschien das Lied "Der Mörder ist immer der Gärtner", eine Anspielung auf die populären Kriminalromane der 1960er Jahre. Holger Herrmann klärt in seinem Mey-Programm, ob die Unschuldsvermutung nicht doch auch für Gärtner gelten sollte. Reinhard Mey versteht es, mit Musik und seinen Texten Bilder zu malen, die man nicht zu sehen braucht, um sie doch zu sehen - ein echter Lyriker, der seine Gedichte in Musik verpackt. "Sommermorgen" von 1980 oder "Ich glaube, so ist sie" aus dem Jahr 1971, vermitteln eine unglaublich träumerische Stimmung; der Zuhörer wird traurig, wenn er hören muss: "Der alte Bär ist tot".

Neben seiner Karriere als Liedermacher in Deutschland ist Mey auch in Frankreich - dort als Frédérik Mey - sehr erfolgreich. Er konnte bereits sieben Studio- und zwei Live-Alben in französischer Sprache veröffentlichen. Diese Lieder zaubern eine besondere Stimmung in den Saal, daher hat Holger Herrmann auch immer ein paar der französischen Lieder im Gepäck.

"Die Lieder von einst": Ein bisschen trifft das auch auf Herrmann selbst zu, spielt er doch bereits seit 12 Jahren die Musik des Liedermachers. Mit diesem Programm kehrt er zum Ausgangspunkt seiner musikalischen Mey-Reise zurück. Die meisten der ausgewählten Lieder waren bereits Bestandteil seines ersten Programms aus dem Jahr 2006. In kurzweiliger Art erlebt der Zuhörer eine kleine Reise in die Vergangenheit, erzählt in ca. 20 musikalischen Episoden: am Samstag, 30. Juni um 20:00 Uhr im Alten Lokschuppen in Falkenstein.